Gesunde Zweifel

Gott mit dem Verstand lieben

Von Maria Fontaine

Jesus sagte, dass wir Gott, lieben sollen, „von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt (oder Verstand).“ – Matthäus 22,37 – wohlgemerkt, nicht nur von Herzen und ganzer Seele, sondern auch mit unserem Verstand. Gott gab dem Menschen geistige Fähigkeiten. Er erschuf uns als intelligente Wesen, die die Fähigkeit besitzen, rational, logisch und kritisch zu denken und sich mental fortzuentwickeln. Er gab uns auch ein Gewissen, das uns hilft, Entscheidungen zu treffen, die moralisch richtig sind.

Der Apostel Paulus sagte, „Genauso ist es bei dem, der bestimmte Tage für heiliger erachtet als andere, während für einen anderen dagegen alle Tage gleich zählen. Entscheidend ist aber, dass jeder von dem überzeugt ist, was er denkt!“ – Römer 14,5 Im selben Kapitel sagte er aber auch, „Aber wenn jemand unsicher ist, ob er etwas … darf, und es trotzdem tut, der ist damit verurteilt. Es geschieht nicht im Glauben an Gott und was nicht im Glauben geschieht, ist Sünde.“ – Römer 14,23 Der Punkt, auf den es ihm ankam, ist, dass es wichtig ist, dass jeder von uns seinen eigenen Glauben untersucht, um sich im Klaren zu sein, wo genau wir angesichts wichtiger Aspekte stehen. Glaubensanschauungen zu analysieren und auszudiskutieren, kann unseren Glauben stärken, da wir dann bei unseren Nachforschungen die Möglichkeit haben, Schriftstellen zu prüfen und abzuwägen, um dadurch eine schriftgemäße Grundlage für unsere Glaubensüberzeugung zu finden.

Doch unter Umständen kann kritisches und rationales Denken unseren Glauben auch untergraben, muss es aber nicht. Bei einigen Menschen jedoch kann extrem analytisches Denken zur Schwächung des Glaubens führen, sie analysieren sich regelrecht aus dem Glauben heraus. Bei anderen wiederum führt kritisches und logisches Denken eher zur Stärkung ihres Glaubens. Es hängt ganz davon ab, wie die Person das Infragestellen handhabt. Paulus, Augustinus, Martin Luther, C.S. Lewis und viele andere der großen christlichen Denker haben mit ihren Schriften geschickt Vernunft und Logik zur Stärkung des eigenen Glaubens und Verstehens der Schrift, sowie dem von Millionen von anderen Menschen angewandt. Somit haben sie einen wertvollen Beitrag geleistet, intellektuelle Glaubensanschauungen weltweit für das Christentum zu prägen.

Wir können unseren Intellekt – sowie alle anderen Talente und Begabungen – zu Gottes Ehre und zur Festigung unseres Glaubens benutzen. Auf die Art können wir unseren Verstand und unsere mentalen Kräfte dazu verwenden, Gott besser zu lieben, so wie Jesus es uns auftrug. Unser rationales Denken kann uns befähigen, uns zu bilden, um Gott und die Welt besser zu verstehen und schlussendlich unseren Platz darin zu finden, den Er für uns vorgesehen hat. Genauso wie mit all den anderen Gottesgaben, die Er uns geschenkt hat, erwartet Gott von uns, unsere geistigen Kräfte weise zu investieren, so dass sie uns selber und unseren Mitmenschen zum Vorteil sein mögen.

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Wenn du wahrhaftig auf der Suche nach Wahrheit bist, ist es notwendig, möglichst einmal in deinem Leben alles anzuzweifeln. – René Descartes (1596–1650)

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Gesunde Zweifel

Von Maria Fontaine

Doktrinäre Standpunkte fraglos zu akzeptieren, ist nicht jedermanns Sache. Genauso wie Gott den Menschen äußerst unterschiedliche Persönlichkeiten und äußere Merkmale gegeben hat, genauso finden wir bei Individuen diverse Glaubensebenen. Ob du dir Zeit nimmst, zu forschen, nachzudenken und abzuwägen, bevor du einen persönlichen Glaubensstandpunkt formulieren oder ob du geistige Konzepte ohne viele Fragen willkommen heißen kannst, schlussendlich sollte das Ziel immer eins sein – ein für dich persönlicher und lebendiger Glaube.

Es ist nicht ungewöhnlich, Glaubenskrisen zu durchleben und Doktrinen oder gar grundlegende Prinzipien infrage zu stellen. Gott benutzt diese Auseinandersetzungen des Verstandes und der Seele und will uns damit stärken. Er kann diesen Findungsprozess dazu verwenden, um uns zu helfen, uns auf die Grundlagen unseres Glaubens zu besinnen, oder ein klareres Verständnis dessen zu erlangen, was genau und warum wir etwas glauben.

Viele Christen haben solche Glaubenskrisen erfahren müssen. Drei erwähnenswerte Persönlichkeiten, die mir dabei in den Sinn kommen, sind Martin Luther, Mutter Teresa und Adoniram Judson.1 Die inneren Krisen und Konflikte, die ihnen dazu verhalfen, eine gefestigte Position des Glaubens zu finden, sind gut dokumentiert. Ihr Infragestellen gipfelte in stärkeren Glauben, ein tieferes Gottesverständnis und eine intimere Beziehung zu Ihm, die Gott ja mit jedem von uns möchte. Ihre Auseinandersetzungen und Siege haben viele Menschen inspiriert. Ich wage zu behaupten, dass die Konflikte ihnen ein tieferes Verstehen für all jene gegeben hat, die ebenfalls Schwierigkeiten haben, eine gefestigte Position des Glaubens zu erlangen.

Anstatt Zweifel nur als mögliche Bedrohung unseres Glaubens zu betrachten, denen man zu widerstehen hat und die aus unserem Leben vertrieben werden sollten, müssen wir bedenken, dass Fragen, Zweifel und sogar Skepsis Startblöcke zu einem gekräftigten und gereiften Glauben darstellen können. In einigen Fällen mag Gott uns dahin führen, ein Problem abzuarbeiten, bis wir einen Ort des Friedens und Verstehens erreicht haben. Doch gleichzeitig müssen wir akzeptieren, dass wir auf einige essentielle Lebensfragen möglicherweise nie die Lösung finden werden. „Das verborgene ist des Herrn, unseres Gottes.“ – 5.Mose 29,28

Es könnte sich als dein bisher größter Glaubenstest herausstellen, wenn das Einzige was dir übrigbleibt, ist, dem Herrn zu vertrauen und auf Seine Verheißungen zu vertrauen, dass Er die, die Ihn aufrichtig suchen, auch belohnt. – Hebräer 11,6

Maria Fontaine und ihr Mann, Peter Amsterdam, sind die Leiter von The Family International (TFI), einer christlichen Glaubensgemeinschaft.

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1Amerikanischer Missionar, der im 19. Jahrhundert in Burma vierzig Jahre lang tätig war und die Bibel in die Landessprache übersetzte

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Auszüge aus dem Activated Magazin, Copyright 2012 © Aurora Production AG. Alle Rechte vorbehalten

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