Trans-Rationales Denken

(Fortsetzung von „Wissenschaft und Wunder“)

Iks Kommentar ist, dass es so schwer ist an Wunder und alles Übernatürliche zu glauben, weil wir heute in einer ganz anderen Welt leben, als vor Jahrhunderten noch. Bis dahin lebten die Menschen für Jahrtausende so ziemlich auf die gleiche Weise mit dem gleichen Denken. Dann passierte hier in der westlichen Welt eine regelrechte Explosion ausgelöst durch die Erfindung der Druckerpresse und der Befreiung von der alles beherrschenden Katholischen Kirche mit all ihren Einschränkungen durch Martin Luther. Eine Explosion von Erfindungen und Entdeckungen, und mit ihnen kam das Vernunftdenken und die Logik,  was zuerst Aufklärung und heute das Moderne Technikzeitalter genannt wird. Was für eine Revolution in Richtung Fortschritt alleine die Erfindung der Druckerpresse verursachte. Es war endlich möglich, das Wissen in breitem Maß zu  verbreiten und jedem der Lesen konnte,  war es möglich, an diesem Wissen teilzuhaben – das Medienzeitalter hatte begonnen mit denen man die Massen erreichte. Martin Luther setzte die Menschen frei von der Dominanz der römisch-katholischen Kirche – die Menschen fingen an zu lernen, ihr eigenes Urteil zu fällen. Und so ging es auf dem geistigen Bereich weiter, mit „Sturm und Drang“ und dem Wunsch,  gänzlich frei zu sein, wie der rebellierende Schiller es in seinem „Räuber“ darstellte. Auf dem wissenschaftlichen Bereich und der Forschung folgte eine Explosion nach der anderen. Das Industriezeitalter begann. Zur wissenschaftlichen Methode gehörte logisches Denken, Analysieren, Fakten und Reproduzierbarkeit, um eine schnell wachsende Anzahl von neuer Technologie und Wissen zu produzieren. Und somit war unsere heutige neue moderne Welt geschmiedet, mit Luxus, Medizin und allen möglichen Durchbrüchen, von denen jeder, nicht nur eine Elite in der Gesellschaft, jeden Tag profitieren kann. Die einzigen Wunder, die die meisten Leute heute noch erleben, sind all die technischen Errungenschaften, über die man sich oft wirklich nur noch wundern kann, dass sie möglich sind.

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Das alles brachte aber auch etwas hervor, das sich in vielen heute als Problem darstellt – ohne dass sie es jedoch als ein solches erkennen. Menschen lehnen die althergebrachte Glaubensvorstellung ab, assoziieren sie mit Kriegen in Christus Namen, Inquisition, Scheiterhaufenverbrennungen und generellem Zwang und Korsetten, Einschränkung der Wissenschaft und vielem mehr. Wenn nun aber in dieser rationalen Zeit das Labor der dominierende Platz wird, wo entschieden wird, was wahr und richtig ist und was nicht, mit ihren engen Filtern von Daten und Analysen, kann uns das womöglich dahin führen, alles abzutun, das nicht in dieses starre Kriterium passt – wie zum Beispiel ein Gott in einer geistigen Sphäre. Die moderne, rationale Weltanschauung scheint ein gewaltiger Schritt vorwärts zu sein, in Fortschritt und Erkenntnis durch klares, sachliches Denken und analysieren. Ist aber gleichzeitig auch ein Rückschritt, indem sie die Realität auf das Materielle dieser Welt beschränkt, auf das was wahrgenommen, getestet, berührt und experimentiert werden kann mit unseren 5 Sinnen. Gott, geistige Wesen und ein Leben nach dem Tod werden generell abgetan, denn welchen Beweis kann schließlich dafür geliefert werden.

Wenn also jemand von einem Wunder hört, kommt ein automatisches „das ist doch lächerlich, das kann nicht sein, da steckt ein Trick dahinter, dafür muss es eine logische Erklärung geben.“ Eine solche Reaktion reflektiert eben unseren Zeitgeist, eine Weltanschauung die nur Platz für das hat, das erklärt und bewiesen werden kann, durch ihre engen Filter und Kriterien rational Denkender.

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Doch die Bibel wurde vor dieser modernen Zeit geschrieben, bevor die Menschheit diesen bestimmten Filter hatte um ihre Erfahrungen zu verarbeiteten.  Wir leben heute also in einer ganz anderen Welt. Einer Welt, die das „verrückte, primitive, irrationale, einschränkende religiöse,  Zeug“, wie es heute eingestuft wird, hinter sich gelassen hat.

Das Verzwickte hier ist aber auch, dass es tatsächlich Erfahrungen gibt, die über all das rational Erklärbare hinausgehen. Einige der emotional stärksten und bedeutendsten Momente im Leben sind überhaupt nicht rational. Wie zum Beispiel sich verlieben, ein Baby bekommen oder ähnlichem, das unsere Gefühle sehr bewegt. Oder auch wenn jemand etwas direkt vor seinen eigenen Augen geschehen sieht, das mit noch so großer Wissenschaft oder Intelligenz, nicht erklärbar ist. Wenn Leute über Geistiges oder Spirituelles reden, aber nicht auf eine religiöse Weiße, zeigt das, dass sie davon überzeugt sind, dass da mehr ist, dass die Kategorien des Hyper-Rationalismus nicht groß genug sind. Jedoch wollen sie nichts mit all dem vor unserer rationalen Zeit zu tun haben, denn das scheint zu sehr ein Schritt rückwärts zu sein.

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Was uns zu einem neuen Status führt, dem danach von vor- und rationaler Zeit, der über- oder trans-rationalen Zeit. Eine trans-rationale Einstellung ist, sich klar zu sein, dass die rationalste Perspektive jene ist, die auch offen für das ist, was nicht erklärbar ist. Du lässt deinen Intellekt nicht zurück, sondern es ist der volle Einsatz deines Intellekts, das dich dazu leitete, an das Übernatürliche, an Gott zu glauben. Du hältst nicht an einem primitiven, archaischen Glauben fest, wenn du Wunder und das Übernatürliche beteuerst. Du kannst jetzt einfach nur durch tatsächliche Erfahrungen erkennen, dass nicht alle Geschehnisse durch den engen Filter der wissenschaftlichen Methode passt. Du hast verstanden, dass das, was als „offen sein“ eingestuft wird, in Wahrheit tatsächlich „verschlossen sein“ bedeutet, durch das Ablehnen von allem, was nicht in einem Labor analysiert werden kann.

Trans-rational sein, ist, offen dem Geistigen gegenüber zu sein, zu dem, was nicht benannt werden kann, das aber Wirklichkeit ist. Offen für die göttliche Gegenwart in der Schrift (der Bibel), offen für Heilung, göttlicher Trost und unsterblicher Hoffnung.     (Übersetzte Auszüge von einem FB-Post von Rob Bell)

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Gott mit dem Verstand lieben – kein Paradox hierzu – finde es heraus unter der Kategorie: Auf der Suche nach der Wahrheit, „Gesunde Zweifel“

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Wissenschaft und Wunder vertragen sich also – nächste Seite:

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